Philippe Jordan, Dirigent

Ich hatte als Schüler drei Sommer lang das Vergnügen, an Astona International teilnehmen zu dürfen.  Diese Erfahrung war für mich persönlich, musikalisch und für meinen weiteren Werdegang unbezahlbar.  Ich durfte erfahren, dass es viele Gleichgesinnte gibt, die auch ihren ganzen Enthusiasmus und ihre Zeit für die Musik und ihr Instrument einsetzten, und ich durfte durch sie erfahren, was eine gesunde Konkurrenz bedeutet, nämlich ein unglaublicher Ansporn, mich zu verbessern und zu entwickeln und dies als Motivation zu nehmen, sechs Stunden am Tag Klavier zu üben.  Die Lehrer waren allesamt hochqualifiziert, und jeder hat auf seine Weise mir in drei Wochen etwas geben können, was mich zusätzlich bereichert hat zu dem was ich von meinen eigenen Lehrern mitbekommen habe.  Die besondere Pflege der Kammermusik empfand ich als den zentralen Bereich, wo man nicht nur lernt, sich auszudrücken und anderen hochbegabten Partnern auf Augenhöhe zu begegnen, sondern sich gegenseitig zuzuhören und auszutauschen, was meiner Meinung nach die wichtigste Eigenschaft beim Musizieren ist. Immer wieder erfreulich ist es auch, in meinem jetzigen Berufsleben als Dirigent, Berufsmusiker zu begegnen, die mit mir damals in Astona dabei waren.

Jahrgang 1974, Schweiz